Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Sonntag, September 04, 2005

Fernerliefen

So, die Zeit in Finnland ist nun endgültig vorbei.
Und damit ist es auch an der Zeit diesen Weblog zu schließen - zumindest symbolisch. Was so viel heißt wie, dass ihr hier ab sofort nichts Neues mehr lesen werdet. Aber keine Angst, ihr könnt weiterhin in meinen Erlebnissen aus Finnland stöbern.
Und ihr werdet mich auch nicht so schnell los, nur weil mein Leben jetzt wieder mehr oder weniger spektakulär abläuft, weil ich wieder in Deutschland bin.

Es gibt einen neuen Blog: fernerliefen
Auf dem könnt ihr ab sofort lesen, was alles so nach dem halben Jahr Finnland in meinem Leben passiert.
Also viel Spaß und ich freu mich auf euren Besuch auf der neuen Seite.

Mittwoch, August 10, 2005

Gebrochen oder nicht gebrochen - das ist hier die Frage

Ich war also am Montag (8.8.05) beim Chirurgen, glatte vier Stunden hab ich dort zugebracht. Das ist eigentlich echt eine Zumutung, aber wohl typisch bei dieser Art von Ärzten.
Naja, zumindest ist der Gips jetzt endlich ab.
Zwar konnte ich meinen Arm, als der Gips nun endlich runter war, doch nicht so gut bewegen, wie ich dachte, aber ich bin trotzdem froh, dass ich ihn endlich los bin.
Der Arm wurde also noch mal geröngt.
Soweit wie ich den Arzt verstanden habe, ist es wohl eine dünne Fraktur im Ellenbogen (Radiusköpfchen). Aber ich durfte trotzdem ohne Gips (der Arzt meinte, ich hätte lange genug einen getragen und es wird Zeit, den Arm wieder zu bewegen), nur mit einem Verband um den Ellenbogen nach Hause gehen.

Nun muss ich zwei Mal täglich ein Schmerzmittel einnehmen, damit die Entzündung zurück geht und darf zwei Wochen zum Psysiotherapeuten, der die schwierige Aufgabe hat, meinen Arm wieder so bewegungsfähig, wie er vorher einmal war, zu machen.
Zumindest kann ich nun so ziemlich alle Dinge wieder alleine verrichten, wieder selber meine Haare waschen und sogar mit zehn Fingern (eigentlich werden ja nur neun verwendet *g*) tippen.
Ansonsten geht alles noch sehr langsam und belasten kann ich den Arm auch nicht zu sehr. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das bald alles wieder funktioniert.

Und noch eine gute Nachricht: wenn alles klappt, kann ich im September auch noch für drei Wochen arbeiten gehen.

Damit schließt sich ja nun langsam das Kapitel "Abenteuer Finnland".
Ich habe gestern auch den zweiten Teil der Bilder abgeholt (auf den ersten warte ich ja immer noch, dass Flo ihn endlich schickt!!!). Sie sind echt richtig gut geworden, bin ganz stolz auf mich, fast alle Bilder sind so geworden, wie ich es wollte.
Ich denke, ich werde demnächst noch ein kleines Resume über das letzte halbe Jahr ziehen. Also, ihr dürft weiterhin gespannt sein.

Sonntag, August 07, 2005

PGH oder auch Pech gehabt

Ja, so wie es eben manchmal im Leben kommt, so hat es dieses Mal mich erwischt:

Drei Tage vor dem Beginn meines Urlaubes breche ich mir meinen linken Arm.

Am Donnerstag (28.7.05) haben wir unsere Abschiedsparty in Riihimäki gegeben. Weil so schönes Wetter war haben wir vor dem Haus gegrillt. Zur Feier des Tages hab ich dann mit Eva Indiakaball gespielt.


Indiakaball


Ich hab versucht ihren Ball zu kriegen, musste rückwärts laufen, springen und bin dabei irgendwie gestolpert. Ich wollte mich dann mit meinem linken Arm abfangen - das hätte ich vielleicht nicht tun sollen, denn danach tat mir dieser unheimlich weh. Ich hab erst gedacht, er wäre nur verstaucht, aber im Laufe des Abends konnte ich den Arm dann immer weniger bewegen. Nach einer fast schlaflosen Nacht ging dann am nächsten Morgen gar nichts mehr. Nun kam mir doch der Gedanke, dass er vielleicht gebrochen ist. Also ab zum Arzt.
Der hat mir dann dafür, dass er mir gesagt hat, das er mir nicht helfen kann und das ich ins Krankenhaus gehen soll erst mal schlappe 44 € abgeknöpft. Ein richtiges Schnäppchen, oder?
Der Weg zu Krankenhaus war nicht unbedingt um die Ecke, also war Hanna so lieb und hat uns dort hin gefahren. Im Endeffekt hat es sich sehr zu meinem Vorteil heraus gestellt, dass Hanna und auch Lasse mit im Krankenhaus waren, so konnten sie für mich dolmetschen, denn die Ärzte dort konnten nicht gerade perfekt Englisch.

Nach unendlicher Wartezeit (obwohl eigentlich nichts im Krankenhaus los war) kam ich dann endlich mal zur Untersuchung, dann zum Röntgen und schließlich zum Abschlussgespräch, wo die Ärztin mir dann eröffnete, dass sie zwar nicht genau wissen, ob der Arm gebrochen ist, weil sie es auf den Röntgenaufnahmen nicht sehen können, aber dass sie mich erst mal vorsichtshalber komplett eingipsen.
Super, ich war hellauf begeistert!

Tja, nun saß ich da, mit meinem linken Arm komplett in Gips. Und das drei Tage bevor mein Urlaub beginnen sollte.
Mhm, und was nun?

Eigentlich gab es da nicht all zu viel zu überlegen. Denn alleine konnte ich groß nichts machen, an- und ausziehen ging schon nur schwierig, Haare waschen und mir was zu essen machen gleich gar nicht.
Also blieb mir nichts anderes übrig als den geplanten Urlaub zu canceln und einen Flug nach Hause zu buchen - möglichst ohne ein Vermögen dafür auszugeben und in den kommenden Tagen.

Ich bin dann am Montag, 1.8.05, mit dem Zug nach Helsinki, von dort mit der Fähre nach Tallin und von Tallin mit dem Flugzeug nach Berlin. In Berlin hat mich Martin dann abgeholt und ich habe noch zwei Tage bei ihm verbracht. Mittwoch Nachmittag, 3.8.05, bin ich dann mit dem Zug nach Erfurt gefahren.

Heute ist Sonntag und ich habe meinen (geliebten) Gips seit über einer Woche. Morgen gehe ich zum Chirurgen und hoffe, dass ich ihn endlich loswerde. Ich habe auch nicht mehr das Gefühl, dass was gebrochen ist, zumindest kann ich meinen Arm schon wieder recht gut bewegen. Naja, hoffen wir, dass ich das bald überstanden habe.

Ich möchte mich hiermit noch mal ganz doll bei Eva bedanken, dass sie sich in den letzten Tagen, die ich in Riihimäki war, so lieb um mich gekümmert und mir wortwörtlich unter die Arme gegriffen hat. Vielen Dank Eva, du hast auf alle Fälle was gut bei mir.
Ein ganz fettes Sorry an Martin, dem ich mit meiner Aktion den Urlaub versaut habe und wir somit jetzt nicht auf unserer geplanten Radtour in Finnland weilen. Danke dass du trotzdem nicht sauer bist und mich die zwei Tage in Berlin ertragen hast. Wir holen den Urlaub auf alle Fälle nach – versprochen!
Danke auch an Andreas und Bettina, die mich vom Bahnhof in Erfurt abgeholt haben und natürlich auch ein riesengroßes Dankeschön an Mutti, Dieter und Anja, die mir zu Hause jeden Wunsch erfüllen.



und so sieht eine (glückliche) Gipsträgerin aus

Dienstag, Juli 26, 2005

Bald, bald ist es soweit

ja, "...morgen Kinder wirds was geben..." Nein, wir haben noch kein Weihnachten! Kleiner Scherz am Rande. :-)

Mal ganz im Ernst: unsere letzte Woche in Riihimäki ist angebrochen. Noch bis Sonntag weile ich hier im Wohnheim und dann geht’s los auf Reisen. (Eva bleibt noch ein paar Tage länger, bis ihr Freund kommt und dann werden sie auch aufbrechen.)
Die ersten Tage werde ich mich wohl mal etwas in Seenfinnland, also im Osten des Landes, umschauen und am 5.8. kommt dann Martin nach Helsinki und wir starten unsere 5-tägige Radtour auf dem Schärenring vor Turku (Westküste).
Ich freu mich schon unheimlich drauf, nur das Wetter lässt bis jetzt etwas zu wünschen übrig.
Die letzten Wochen hatten wir super Sommerwetter, jeden Tag über 30 °C, doch seit ein paar Tagen zieht wohl ein mächtiges Tief über Finnland und will man dem Wetterbericht glauben, so war’s das wohl im Großen und Ganzen mit dem Sommer in Finnland.

Am 13.8. fliegen wir dann zurück nach Deutschland.
Ich freu mich unheimlich drauf euch dann alle wieder zu sehen. Für die, die in Offenburg weilen, leider sehen wir uns wohl erst zum Beginn des neuen Semesters, da ich bis Ende September wohl in meiner Heimatstadt Erfurt weilen werde - ich muss ja schließlich das Geld, das in dem halben Jahr hier drauf gegangen ist wieder rein holen und ein bisschen arbeiten gehen.

Ich freue mich unheimlich auf Deutschland, zu Hause und Offenburg. Aber ich glaube, ich werde auch eine ganze Menge von hier vermissen:
z. B. die tollen Sonnenuntergänge, die weißen Nächte, die wunderschöne Landschaft, das Grün überall und natürlich auch ein paar Leute, die ich hier kennen lernen durfte...

Am Donnerstag (28.7.) geben wir noch unsere Abschiedsfete. Dazu haben wir ein paar Leute, die wir hier im Wohnheim und in der Hochschule kennen gelernt haben, eingeladen. Mal schauen, was das wird.

In nächster Zeit wird es also keine Einträge im Weblog geben, da ich wie gesagt unterwegs bin.
Aber keine Angst, natürlich werde ich, sobald ich wieder sicher in Deutschland gelandet und zu Hause angekommen bin, berichten, was ich in meinem Urlaub (und auch bei der Abschiedsfete) alles erlebt habe.
Also, ich hoffe ihr könnt euch gedulden und freut euch auf die nächsten Berichte.

Bis dahin, liebe Grüße in die nahende Heimat.

Diana


Tschüss Finnland

Montag, Juli 18, 2005

Beach Volleyball, Grillen, Sauna und Mökki

Am Samstag (16.7.05) hatte uns Lasse wieder auf das Familien-Mökki in die Nähe von Lappila, ca. 20 min von Riihimäki entfernt, eingeladen.
Dieses Mal sollten wir auch nicht alleine mit ihm und Tuomas dort verweilen - nein, dieses Mal hatte er (zu unserem Erstaunen) gleich eine ganze Meute von Freunden eingeladen. Ich glaube zwischenzeitlich waren wir sogar 13 Leute.

Wir sind gegen 14:00 Uhr vom Wohnheim in Riihimäki mit Hanna und ihrem Freund losgefahren. Zuerst waren wir noch auf einem Bootrennen, wo Lasse an der Luftgewehrbude gearbeitet hat. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme, als er fragte, ob wir auch mal schießen wollen. Die Begeisterung schlug dann aber doch schnell in Frust um, als ich feststellen musste, dass das Gewehr erstens unheimlich schwer war und ich zweitens kaum was getroffen hatte.
Doch mit einem Becher Sideri und einer Zigarette konnte ich mich dann doch wieder versöhnlich stimmen lassen.

Dann ging’s los zum Mökki.
Dort sind wir aber nicht lange verweilt, denn bevor es zum gemütlichen Teil des Tages überging war noch ein Beach Volleyball Spiel angesagt.
Ich hab ja schon seit Ewigkeiten kein Volleyball gespielt und mich natürlich unheimlich drauf gefreut und insgeheim gehofft, dass ich mich auch nicht blamiere. Aber da ich vom Volleyball spielen in Erfurt gewohnt bin, mich unter Männern behaupten zu müssen, war es auch dieses Mal nicht das Problem unter Lasses Freunden zu beweisen, das ich nicht nur gerne, sondern auch gut spielen kann. (Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber wenn es sonst keiner tut…*g*)
Ich hab dann mit Lasse ein Team gebildet und ich muss sagen, wir haben echt gut gespielt – wir haben jedenfalls gegen die zwei anderen Teams gewonnen.

Danach war ich richtig fertig, wir hatten auch die ganze Zeit in der prallen Sonne gespielt, mir war unheimlich warm, meine Füße taten mir vom heißen Sand weh und ich sah aus wie ein Dreckschwein, überall Sand, an den Beinen, Armen, in den Haaren, im Gesicht, ja sogar im Baumnabel hatten sich die Körnchen breit gemacht --> Zeit für eine Runde schwimmen im See.

Eva hatte in der Zwischenzeit erneut ihr Glück im Angeln probiert und sich dann später zu uns ans Volleyballfeld gesellt.

Doch dann hat der Hunger doch über die Sauberkeit gesiegt und ich hab mir nur kurz die Arme und Beine gewaschen, bevor wir uns auf unsere mitgebrachten Steaks, Tomaten und Baguettes her gemacht haben.

Nachdem der Abend dann schon weit fortgeschritten war und alle anderen schon die Sauna genossen hatten, sind Hanna, Eva und ich auch endlich in den Genuss gekommen.
Eigentlich waren Lasse und Matti (ein Freund von Lasse) noch in der Sauna und eigentlich kennen wir es aus Finnland so, dass man nicht gemischt in die Sauna geht, aber da Hanna auch so frech war sich zu den beiden zu gesellen, sind wir halt auch noch mit in die Sauna. Wir Mädels hatten alle unsere Badesachen an, natürlich um niemanden in Verlegenheit zu bringen.
J Später merkten wir dann, dass Lasse und Matti ihre Badehosen zwar mit in der Sauna hatten, diese allerdings ordentlich an einem Haken hingen. Mhm, was soll man dazu sagen???

Lasse hatte extra für die Sauna noch gebundene Birkenzweige mitgebracht. In Finnland ist es üblich, dass man sich damit in der Sauna gegenseitig schlägt. Das tut echt überhaupt nicht weh, ist eher sehr angenehm und vor allem riecht es unheimlich gut.
Weil alle die Zweige benutzen werden diese zwischendurch immer wieder über den Ofen gehalten und mit Wasser übergossen.

Nach der Sauna sind wir gleich in den 24 °C warmen See, direkt vor dem Mökki, gesprungen – wirklich super erfrischend – und ein Stück hinaus geschwommen. Das geschah alles bereits nach 23:00 Uhr und es war immer noch fast taghell draußen.

Dann hat sich alles recht schnell aufgelöst. In der Beziehung sind die Finnen schon etwas Eigen, da wird kaum Tschüss gesagt und schon haben sich alle verdrückt. Bei uns würde man sicher noch eine halbe Stunde brauchen, um genau auszumachen, wo man sich später wieder trifft, was man noch machen will, …
Mhm, andere Länder, andere Sitten.
Die anderen sind dann noch nach Lathi, was trinken gefahren und wir sind mit Hanna und ihrem Freund zurück nach Riihimäki.

Es war wirklich ein sehr schöner Tag und für morgen sind wir bereits wieder zum Beach Volleyball verabredet. Ich hoffe das Wetter hält – ich freu mich jedenfalls drauf.

Noch 26 Tage bis zum Heimflug und 13 Tage bis zum Urlaub.